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F&E Schwerpunkte / Schwerpunkt: Mikro- und Nanometer-Strukturen

Strukturentstehung auf Halbleiteroberflächen

Es zeigte sich, dass selbst bei einfachsten Prozessen, d.h. rein auf physikalischen Prozessen basierenden Ionenstrahlätzen unter Verwendung von Inertgasen (z.B. Ar) sehr komplexe Oberflächentopographien entstehen können. So kann man z. B. beim Sputtern bzw. Ionenstrahlätzen von InP mit Ar+ die Ausbildung selbstorganisierter Oberflächenstrukturen („Dot“-Strukturen) beobachten, vorausgesetzt die Probe rotiert permanent bei diesem Sputterprozess. Dabei kommt es zur Ausbildung von exakt hexagonal angeordneten Dot-Strukturen mit einer Ausdehnung < 100 nm. Im allg. bilden sich immer einige hundert Nanometer große Domänen mit geordneten Strukturen, wobei die einzelnen Domänen untereinander quasi-fehlorientiert sind. Erste detailliertere Untersuchungen zu diesem Musterbildungsprozess wurden durchgeführt. Die Größe der Strukturen, deren geometrische Form, aber auch die lokale Symmetrie der Anordnung lassen sich wiederum durch die Variation der Prozessparameter einstellen. Die gegenwärtigen Arbeiten deuten darauf hin, dass es sich um ein universelles Phänomen handeln kann. Regelmäßig geordnete Nanostrukturen konnten bisher auf InP-, GaSb-, InSb-, InAs- und Si-Oberflächen generiert werden. Diese Arbeiten werden gegenwärtig im Rahmen eines DFG-Projektes („Selbstorganisierende Nanometerstrukturen durch Ionenstrahlerosion“, Förderkennzeichen FR 1476/2-1) durchgeführt.

Derart nanostrukturierte Oberflächen sind vielversprechende Ansätze zur Realisierung großflächiger Templates für die nachfolgende Abscheidung verschiedener organischer oder anorganischer Funktionelle Schichten, wodurch sich eine Vielzahl weiter Applikationen ergeben.


Abb.: Topographie von InP-Oberflächen nach dem Ar+-Ionenstrahlätzen bei schrägem Ioneneinfall mit simultaner Probenrotation. Die unterschiedliche lokale Anordnung der Strukturen entsteht durch die Variation der Temperatur. Die untere Reihe der Bilder zeigt die Autokorrelation und verdeutlicht die lokale Symmetrie der Strukturanordnung.

 

Ausgewählte Publikationen zu diesem Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt

  • F. Frost, A. Schindler, F. Bigl, Roughness evolution of ion sputtered InP surfaces: Pattern formation and scaling laws, Physical Review Letters 85, 4116 (2000).
  • F. Frost, The role of sample rotation and oblique ion incidence on quantum dot formation by ion sputtering (Rapid Communication), Applied Physics A 74: Materials Science & Processing, 131 (2002).
  • F. Frost, B. Rauschenbach (invited paper), Nanostructuring of solid surfaces by ion beam erosion, Applied Physics A: Materials Science & Processing, im Druck.

Kontakt

Dr. Frank Frost
    Tel.: +49 (0)341 235-3309, email: frank.frost (at) iom-leipzig (Punkt) de

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