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F&E Schwerpunkte / Schwerpunkt: Schichtabscheidung

Plasma-Immersions-Ionenimplantation (PIII)

Das Arbeitsgebiet der Plasma-Immersions- und Ionenimplantation umfasst sowohl die Modifizierung von Oberflächen mit energetischen Ionen als auch die Charakterisierung des Plasmas und der Plasmarandschicht, die der Ursprung der Ionen sind. Zusätzlich wird noch ein Werkstofflabor zur mechanischen Prüfung und Charakterisierung der Oberflächen betrieben. Damit kann die gesamte Prozesskette charakterisiert werden. Die Methode wird ebenfalls für die Erzeugung biokompatibler Oberflächen eingesetzt.

Die Plasma-Immersion-Ionenimplantation (PIII) hat sich in den letzten 20 Jahren als ein Verfahren etabliert, das die homogene Implantation in beliebige dreidimensionale Körper erlaubt (siehe Abb. 1) und damit die „line-of-sight“-Beschränkung der konventionellen Ionenimplantation umgeht. Dabei werden im gepulsten Modus dem Plasma massiv Ionen entzogen (siehe Abb. 2). Weiterhin ist die Wechselwirkung mit einem stark gerichteten Ionenfluss, was einer stark inhomogenen Plasmadichte entspricht, und deren Einfluss auf die zeitliche und energetische Verteilung der implantierten Ionen bisher nicht untersucht worden. Die hier gewonnenen Informationen zielen neben Grundlagenforschung speziell auf den Erkenntnisgewinn, der bei der kundenspezifischen Anlagenentwicklung direkt einfließen kann.


Abb. 1: Prinzipieller Aufbau einer PIII-Anlage

 


Abb. 2: Entwicklung der Plasmarandschicht während der Hochspannungspulse

Beim Auftreffen der Ionen auf die Oberfläche werden einerseits Atome aus dem Festkörper ausgelöst, d.h. zerstäubt, und andererseits wird die kinetische Energie der Ionen durch Kollisionskaskaden im Festkörper deponiert. Diese, nicht-thermische Energie erlaubt Phasenbildungs- und Segregationsprozesse, die sich durchaus stark von denen der Gleichgewichtsthermodynamik unterscheiden können (vgl. Abb. 3).

Implantation bei erhöhter Temperatur erlaubt gleichzeitig noch thermische Diffusion und die Ausbildung dickerer Schichten. Weiterhin werden in den implantierten Bereich durch die neu eingebrachten, überzähligen Atome Druckspannungen aufgebaut, die zu plastischem Fließen in der Oberfläche führen können. Zerstäubung der Oberfläche reduziert diese Dicke wieder und führt außerdem noch zu einer Veränderung der Oberflächenmorphologie, sprich Glättung, Aufrauung oder Nanostrukturierung. Bei der Bestimmung der Eigenschaften der so funktionalisierten Schichten sind neben Methoden zur physikalischen Oberflächencharakterisierung hier klassische Verfahren zur Werkstoffprüfung mit modernsten Geräten im Einsatz.

 


Abb. 3: Phasendynamik während der Implantation von Sauerstoff in Molybdän bei erhöhter Temperatur

Neben der PIII werden auch Niederenergie-Breitstrahlionenquellen (siehe Abb. 4) sowie konventionelle Ionenimplanter eingesetzt.


Abb. 4: Darstellung einer Anlage zur Breitstrahlionenimplantation mit Probenmanipulator

Neben der PIII werden auch Niederenergiebreitstrahlionenquellen (siehe Abb. 4) sowie konventionelle Ionenimplanter eingesetzt. Die momentanen Arbeiten von Grundlagenuntersuchungen bis zu Entwicklung von speziellen Anwendungen können in folgende Gruppen unterteilt werden:

Biokompatible Oberflächen und dünne Schichten

Verschleißschutz von Edelstahl

Schichtwachstum bei der MePIIID

 

Ausgewählte Publikationen zu diesem Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt

  • S. Mändl, Nitriding of Stainless Steel: PIII or Low Energy Nitriding?, Plasma Proc. Polymers 4 (2007) 239-245.
  • E. Valcheva, D. Manova, S. Mändl, S. Alexandrova, J. Lutz, S. Dimitrov, Ion beam synthesis of AlN nanostructured thin films, Journal of Optoelectronics and Advanced Materials 9 (2007) 166-169.
  • D. Manova, E. Richter, I.-M. Eichentopf, S. Heinrich, S. Mändl, H. Neumann, B. Rauschenbach, Interplay of Cold Working and Nitrogen Diffusion in Austenitic Stainless Steel, Nucl. Instrum. Meth. B 257 (2007) 442-446.
  • T. Lutz, J.W. Gerlach, S. Mändl, Diffusion, Phase Formation and Segregation Effects in Ti6Al4V after Oxygen PIII, Surf. Coat. Tech. 201 (2007) 6690-6694.
  • D. Manova, S. Mändl, B. Rauschenbach, Incident Ion Fluence Gradients on the Frontside and Backside of Flat Samples, Surf. Coat. Tech. 201 (2007) 6593-6596.
  • D. Manova, I.-M. Eichentopf, D. Hirsch, S. Mändl, H. Neumann, B. Rauschenbach, Influence of Microstructure on Nitriding Properties of Stainless Steel, IEEE Plasma Sci. 34 (2006) 1136-1140.
  • S. Mändl, Y. Bohne, J.W. Gerlach, W. Assmann, B. Rauschenbach, Complementary Information from RBS, ERDA and SIMS for Analysis of Modern Magnesium Alloys, Nucl. Instrum. Meth. B 249 (2006) 297-301.
  • D. Manova, Y. Bohne, J.W. Gerlach, S. Mändl, H. Neumann, B. Rauschenbach, Phase formation after nitrogen implantation into molybdenum, Nucl. Instrum. Meth. B 240 (2005) 208-213.

Kontakt

PD Dr. Stephan Mändl
    Tel.: +49 (0)341 235-2944, email: stephan.maendl (at) iom-leipzig (Punkt) de

Horst Neumann
    Tel.: +49 (0)341 235-2681, email: horst.neumann (at) iom-leipzig (Punkt) de

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