Am 28. Juli 2026 besuchte Prof. Dr. Jörg Scheibe, MdL, Dritter Vizepräsident des Sächsischen Landtags, das Leibniz-IOM in Leipzig. Nach der Begrüßung durch den Vorstand stellte der Wissenschaftliche Direktor des IOM, Prof. Dr. Benjamin Dietzek-Ivanšić, die Forschungsschwerpunkte und die technologische Infrastruktur des Instituts vor. Wissenschaftler des IOM erläuterten anschließend anhand einer Ionenstrahlquelle die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Ionenstrahlen – von der hochpräzisen Bearbeitung von Oberflächen bis hin zu elektrischen Antrieben für die Raumfahrt.
Beim anschließenden Laborrundgang wurde gezeigt, wie am IOM aus grundlegender Forschung konkrete Lösungen für gesellschaftliche und industrielle Herausforderungen entstehen. Ein Beispiel dafür sind funktionalisierte Polymermembranen, die mithilfe von Elektronenstrahlen gezielt verändert werden. Solche Verfahren eröffnen neue Möglichkeiten für die Wasseraufbereitung und die Entfernung von Schadstoffen. Zugleich wurde deutlich, wie wichtig es ist, Forschungsergebnisse in die Anwendung zu überführen, beispielsweise durch Kooperationen mit Unternehmen oder Ausgründungen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Bearbeitung von Hochpräzisionsoptiken. Mithilfe reaktiver Ionenstrahlen lassen sich Oberflächen mit höchster Genauigkeit strukturieren oder glätten. Voraussetzung dafür ist ein tiefes Verständnis der zugrunde liegenden Prozesse, damit sich die Verfahren zuverlässig auf größere Flächen und industrielle Maßstäbe übertragen lassen.
Im Hertz-Elektronenstrahllabor erhielt Prof. Dr. Scheibe schließlich Einblicke in die besondere Forschungsinfrastruktur des IOM. Die 10-MeV-Elektronenstrahlbeschleuniger ermöglichen es, Materialien unter unterschiedlichen Bedingungen zu untersuchen und gezielt zu modifizieren. Die Verbindung von Bestrahlung, Bearbeitung und Analyse schafft Möglichkeiten, die deutschlandweit einzigartig sind.
Der Besuch bot Gelegenheit zu einem offenen Austausch über die Potenziale moderner Oberflächen- und Strahltechnologien für Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft. Das IOM dankt Prof. Dr. Jörg Scheibe für sein Interesse und den konstruktiven Austausch.




