Wie lassen sich hochkomplexe optische Bauteile künftig präziser, flexibler und zugleich umweltfreundlicher herstellen? Dieser Frage widmet sich das neue Forschungsprojekt „Fortschrittliche Entwurfs- und Atmosphärendruck-Herstellungs- Technologien für zukünftige optische Instrumente“, gefördert von der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).
Das Vorhaben vereint die Expertise führender Forschungseinrichtungen aus Deutschland und Tschechien. Beteiligt sind die Arbeitsgruppe „Lasergestützte Mikro- und Nanostrukturierung” am IOM in Leipzig (Dr. Zimmer/ Dr. Ehrhardt), die „Professur für Ultrapräzisionsbearbeitung von Oberflächen mit Ionen und Plasmen” am Institut für Fertigungstechnik der Technischen Universität Dresden unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Arnold sowie die Arbeitsgruppe „Applied and Integrated Photonics“ des Institute of Scientific Instruments der Tschechischen Akademie der Wissenschaften in Brünn unter der Leitung von Dr. Mojmir Sery.
Im Fokus der internationalen Kooperation steht die Entwicklung einer innovativen Prozesskette für sogenannte hybride Optiken. Diese kombinieren klassische Linsen- oder Spiegeloberflächen mit diffraktiven Mikrostrukturen und gelten als Schlüsselkomponenten für Zukunftstechnologien, beispielsweise in der Mikrooptik, der modernen Sensorik und der Biomedizin.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Fertigung. Mithilfe der Kombination aus Laser-Direktschreiben und Atmosphärendruck-Plasmajet-Transfer (APPJ) sollen komplexe Strukturen direkt auf gekrümmte Oberflächen übertragen werden – und das ohne nasschemische Verfahren und mit deutlich reduziertem Energieeinsatz.
Die komplementären Kompetenzen der Partner ermöglichen die Abdeckung der gesamten Wertschöpfungskette – vom optischen Design über die Fertigung bis hin zur Charakterisierung. Das Ziel besteht darin, die wissenschaftlichen Grundlagen für eine robuste, industrienahe Prozesskette zu schaffen, mit der sich auch kleine Losgrößen wirtschaftlich und in höchster Qualität realisieren lassen.
Die enge deutsch-tschechische Zusammenarbeit stärkt den internationalen Wissens- und Technologietransfer sowie die europäische Wettbewerbsfähigkeit im Bereich der modernen Photonik.

