Das IOM hat aktuelle Forschungsergebnisse zu möglichen Kontaminationen durch Triebwerksabgase bei Raumfahrtmissionen auf dem 17. International Symposium on Materials in the Space Environment (ISMSE) und der 15. International Conference on Protection of Materials in the Space Environment (ICPMSE) vorgestellt.
Die internationale Fachveranstaltung wurde von der französischen Raumfahrtagentur CNES gemeinsam mit ESA, ONERA und dem Industriepartner ITL organisiert. Sie brachte Expertinnen und Experten zusammen, um aktuelle Fragestellungen zum Verhalten von Materialien unter Weltraumbedingungen und extremen Umwelteinflüssen zu diskutieren.
Im Mittelpunkt standen unter anderem Weltraumumgebungen und extreme Umweltbedingungen, bodengebundene Testverfahren, Flugexperimente, Kontaminationsphänomene sowie Materialien und Prozesse für eine möglichst saubere Weltraumumgebung. Eine besondere Rolle spielten dabei die kombinierten Einflüsse von atomarem Sauerstoff, Strahlung, UV-Exposition, thermischen Zyklen, Vakuum sowie Mikrometeoriten und Weltraumschrott auf die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit von Materialien.
Kontamination durch Triebwerksabgase im Fokus
Im Rahmen der Fachsession „Plume Contamination“ präsentierte Dr. Christian Laube, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Querschnittseinheit „Werkzeuge“ am IOM aktuelle Ergebnisse zur Entstehung und Ablagerung von Verunreinigungen durch Triebwerksabgase (Plume-Induced Contamination).
Solche Kontaminationen können insbesondere bei Landemanövern, Andockvorgängen sowie Lage- und Bahnkorrekturen von Raumfahrzeugen entstehen. Ablagerungen auf empfindlichen Oberflächen können deren Funktionalität und Langzeitstabilität beeinträchtigen und sind daher für zukünftige Weltraummissionen und die extraterrestrische Exploration von besonderer Bedeutung.
Die am IOM vorgestellten Untersuchungen befassten sich unter anderem mit möglichen Kontaminationseffekten auf optischen Solarreflektoren (Optical Solar Reflectors, OSRs) des Lunar-I-Hab-Moduls, das im Rahmen des internationalen Lunar-Gateway-Projekts entwickelt wird. Die Reflektoren sind Bestandteil des thermischen Kontrollsystems und tragen dazu bei, die Temperatur von Raumfahrzeugen zu regulieren.
Mit den vorgestellten Arbeiten trägt das IOM dazu bei, kontaminationsbedingte Risiken unter Weltraumbedingungen besser zu verstehen und geeignete Materialien und Schutzkonzepte für zukünftige Mondmissionen weiterzuentwickeln.

