Die Bunsen-Tagung ist die zentrale Fachkonferenz der Physikalischen Chemie im deutschsprachigen Raum. Sie bringt jährlich Wissenschaftler*innen aus Universitäten, Forschungseinrichtungen und der Industrie zusammen, um aktuelle Forschungsergebnisse auszutauschen, neue Methoden zu diskutieren und die Vernetzung innerhalb der wissenschaftlichen Community zu fördern. Jedes Jahr steht die Tagung unter einem klaren Leitthema, das einen speziellen Bereich der physikalischen Chemie in den Fokus rückt. Sowohl etablierte Forschungsgruppen als auch Nachwuchswissenschaftler*innen haben die Möglichkeit, ihre Arbeiten in Vortragsreihen oder Posterpräsentationen vorzustellen.
Die diesjährige Bunsen-Tagung, die vom 30. März bis zum 1. April in Dresden stattfand, wurde von der Technischen Universität Dresden (TUD), dem Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e. V. (IPF) und dem Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung e. V. (IOM) organisiert. Sie widmete sich dem Thema „Properties and Processes under Confinement“. Räumliche Einschränkungen im Mikro- und Nanobereich verändern die physikalischen und chemischen Eigenschaften von Systemen und beeinflussen molekulare Prozesse in zahlreichen Bereichen, von der Nanophotonik über Batteriematerialien bis hin zur Sensorik und zu enzymatischen Reaktionen. Ziel der Tagung war es, Experimente und Theorien zu verbinden, Einschlusseffekte aus unterschiedlichen Perspektiven zu diskutieren und so neue Erkenntnisse für die Materialentwicklung, das Prozessdesign und die fundamentale Forschung zu gewinnen.
Das IOM war in diesem Jahr nicht nur Mitorganisator der Veranstaltung, sondern auch mit eigenen wissenschaftlichen Beiträgen aktiv vertreten. Die Sessions wurden unter anderem von Prof. Dr. Andreas Fery und Prof. Dr. Inez Weidinger aus Dresden sowie von Prof. Dr. Benjamin Dietzek-Ivanšić, dem wissenschaftlichen Direktors des IOM und Zweiten Vorsitzenden der Deutschen Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie (DBG), geleitet. PD Dr. Axel Kahnt, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Querschnittseinheit „Werkzeuge“ am IOM, präsentierte in einem Vortrag mechanistische Einblicke in die Fe²⁺-Bildung in FeCl/TRITON X-100-Systemen mittels Pulseradiolyse. Auf der Posterpräsentation stellten die Doktoranden Tuce Şener Raman und Tim Schreiber vom Forschungsbereich „Oberflächen poröser Membranfilter“ innovative Ansätze zu Oberflächen, Nanomaterialien und Proteinextraktion vor. Dr. Stefan Zahn, Co-Leiter der Querschnittseinheit „Modellierung und Simulation“, präsentierte die molekularen Eigenschaften von stark eutektischen Lösungsmitteln.
Die Bunsen-Tagung 2026 ermöglichte den Teilnehmenden des IOM, ihre aktuellen Forschungsergebnisse international sichtbar zu machen, den interdisziplinären Austausch zu intensivieren und ihre Vernetzung innerhalb der wissenschaftlichen Community weiter auszubauen.




