Zum 1. Oktober 2026 übernimmt Prof. Julia Westermayr die Professur „Digital Surface Engineering“ an der Universität Leipzig. Mit der Professur verbunden ist die Leitung der Abteilung „Theorie und Simulation“ am Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung (IOM).
Westermayr forscht an der Schnittstelle von theoretischer Chemie, Simulation und Künstlicher Intelligenz. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung von KI-Modellen, die aus physikalisch fundierten Daten lernen und Vorhersagen für bislang unbekannte Moleküle, Materialien und Oberflächen ermöglichen. Einen besonderen Schwerpunkt bilden Licht-Materie-Wechselwirkungen.
Unter „Digital Surface Engineering“ versteht sie die gezielte Entwicklung von Oberflächen und Materialien bereits am Computer. Eigenschaften sollen vorhergesagt und optimiert werden, bevor Materialien experimentell hergestellt werden. „Das Potenzial liegt darin, die enorme Zahl möglicher Oberflächenmodifikationen und Materialkombinationen systematisch und vorhersagbar zugänglich zu machen“, erklärt Westermayr.
In ihrer neuen Funktion möchte sie Theorie, Simulation und Experiment am IOM noch enger verzahnen. Geplant sind unter anderem KI-Methoden für angeregte Zustände, übertragbare physikalische Modelle sowie automatisierte Simulations-Experiment-Kreisläufe, in denen Modelle aktiv Vorschläge für nachfolgende Experimente liefern. Schrittweise soll dafür ein Automatisierungslabor aufgebaut werden. Anhand ausgewählter Testreaktionen werden die Kreisläufe aus Vorhersage, automatisierter Durchführung und Rückkopplung der Messdaten in die Modelle zunächst im kleinen Maßstab etabliert und validiert – mit dem Ziel, sie anschließend auf komplexere Fragestellungen und größere Material- und Parameterräume zu übertragen.
Besondere Chancen sieht Westermayr in der Verbindung von Universität und außeruniversitärer Forschung: Während an der Universität neue Methoden entwickelt und Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ausgebildet werden, bietet das IOM vielfältige experimentelle Möglichkeiten mit ionen-, elektronen-, plasma- und photonenbasierten Verfahren.
„Ich freue mich besonders darauf, die Abteilung von Grund auf mitzugestalten und die ersten gemeinsamen Projekte mit den experimentellen Gruppen des IOM zu starten. Langfristig freue ich mich auf den Moment, in dem ein von unseren Modellen vorgeschlagenes Molekül den Weg vom Computer ins Labor findet und experimentell bestätigt wird.“
Wir heißen Prof. Julia Westermayr und ihr Team herzlich am IOM willkommen und freuen uns auf die Zusammenarbeit sowie auf die neuen wissenschaftlichen Akzente, die sie am IOM setzen wird.

